Während die eine “Weinleserin” als Genussbotschafterin die Aromen der edlen Tropfen beschreibt, verleiht die andere als Schauspielerin den abwechslungsreichen Texten eine lebendige Stimme. Zusammen entlarven sie die Absurditäten vergangener Jahrhunderte – etwa frauenfeindliche Aussagen des Theologen Thomas von Aquin oder des Philosophen Schopenhauer.
Überhaupt sei es typisch männliche Überheblichkeit zu behaupten, Frauen verstünden nichts von Wein. Und wenn Frauen im Zusammenhang mit Wein vorkommen, dann nur in der “wenig geistreichen Gleichung Wein, Weib und Gesang”. Ingrid Egger und Gabi Mitternöckler halten daher genussvoll dagegen: Wer, wenn nicht Frauen, hat das feinere Gespür für Nuancen – im Wein genauso wie in der Literatur?
Ihre Veranstaltung bewerben die beiden Damen als "literarische Weinverkostungen mit Pfiff”. Und in der Tat: Der Abend im Girlaner Vineum-Keller war kurzweilig, abwechslungsreich und humorvoll. Der Wechsel von gesprochenen Texten und Weinverkostung erwies sich als eine gelungene Idee. Und weil sich der Abend auch ein bisschen als Retourkutsche für jahrhundertelange männliche Benachteiligung verstand, wurden ausschließlich Weine bzw. Sekt mit weiblichen Namen verkostet: Comitissa, Lina, Patricia.
Der Abend wurde von der Bibliothek Girlan gemeinsam mit der „Weinwelt Girlan“ und dem Bildungsausschuss Girlan veranstaltet.
Text: Eberhard Daum
Foto: v.l.n.r.: Ingrid Egger, Eberhaurd Daum, Irene Demetz, Arnold Leimgruber, Gabi Mitternöckler